Wie ich zu meiner Münzen Sammel Leidenschaft gekommen bin
Im Folgenden möchte ich darüber erzählen, wie ich zum Münzen sammeln gekommen bin. Ich bin Dustin, 35 Jahre alt und Informatiker von Beruf. Und bin in 2 Staaten oder eher in 2 Welten aufgewachsen.
Zum einen das amerikanische Weltbild von meiner Mutter und auf der anderen Seite das deutsche Weltbild von meinem Vater. Aber wie kam es dazu, das ich quasi mit 2 Kulturen aufgewachsen bin. Nun mein Großvater war früher Captain bei der US Army gewesen, früher kam es oft vor, dass amerikanische Soldaten in deutschen Bundeswehr Standorten stationiert waren. Mein Großvater wurde daraufhin in der Stadt Fritzlar stationiert. Dort wo dann auch mein Familien-Mittelpunkt entstand.
Und durch meinen Großvater habe ich meinen ersten Kontakt zum Münzensammeln bekommen, er hat damals selbst Münzen gesammelt und zum Geburtstag und zu Weihnachten habe ich meistens amerikanische Silber Münzen von meinem Opa bekommen. Da ich schon von kleinauf ein naturwissenschaftliches Interesse hatte, war der Weg zum Münzensammeln nicht weit. Weil was für außenstehende Menschen wie ein langweiliges Hobby klingen mag, ist in der Realität eigentlich ein sehr komplexes Thema. Vieles um Münzen drumherum hat mit Mathe zu tun. Welches Nominal also Wert hat die Münze. Was ist der Umrechnungskurs in eine andere Währung. Aus welchem Metall besteht die Münze. Wer ist drauf abgebildet. Schon als kleines Kind habe ich Freude daran empfunden, möglichst viel Wissen über ein Thema zu sammeln was mich interessierte. Aber durch meine Sammel-Leidenschaft war mir als Kind nie langweilig. Für die meisten Mitglieder unseres Vereines ist das bestimmt selbstverständlich, dass früher fast jedes Land Europas seine eigene Währung hatte. Für mich war es eher Realität in einem Europa aufzuwachsen, in dem man mit Euro bezahlt. Und als bei mir im Alter von 12 Jahren der Euro eingeführt wurde, war es meine Initialzündung, Münzen zu sammeln. Durch die vielen Urlaube meiner Eltern und Großeltern hatte ich viele Münzen aus den Nachbarländern von Deutschland. Diese Münzen waren das Fundament meiner Sammlung. Als dann im Jahr 2002 der Euro eingeführt wurde, hatte ich die Möglichkeit von allen neuen Euroländern die unterschiedlichen Euromünzen zu sammeln. Und so entwickelte sich eine Sammel-Leidenschaft die bis heute andauert. Heute besitze ich Münzen aus über 80 verschieden Staaten.
Auf den Bildern seht ihr meinen neuesten Zuwachs meiner Münzsammlung. Die neuen Banknoten und Münzen aus England. Wo die Familie einer Schwester meiner Oma hingezogen ist. Die habe ich letztes Jahr im September besucht.


(Danke an Dustin Fiedler für diesen Beitrag)
Der Eichbaum, eine besondere Münze der Weimarer Republik
Nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Ende der Hyperinflation musste im Deutschen Reich am 1. November 1923 eine neuen Währung eingeführt werden. Die Währung des Kaiserreiches war zusammengebrochen und für den deutsche Zahlungsverkehr unbrauchbar geworden. Auch für die monetären internationalen Wirtschaftsbeziehungen war die Erneuerung des Geldes dringend notwendig.
Die Deckung der neuen deutschen Währung beruhte nicht mehr auf einem Goldstandard, sondern auf der Gesamtheit der Immobilien und Flächen in Deutschland. Sie nannte sich „Rentenmark“. Später kam noch eine weitere Währung, „die Reichsmark“ hinzu, die eine andere Deckung aufwies.
Die neuen Währungen entwickelten sich in Gegensatz zu den politischen Verhältnissen zufriedenstellend. Die Bevölkerung des Reiches akzeptierte die neuen Währungen und war froh wieder „gutes Geld“ in den Händen zu haben. Man sprach vom „Wunder der Rentenmark“, weil sich die deutsche Wirtschaft aufgrund des neuen Geldes bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 erholte.
Allerdings trauerte man oft dem Geld der “Guten alten Zeit“ aus Münzen in Gold, Silber, Nickel und Kupfer und den repräsentativen Banknoten nach.
Das Geld der Republik hatte den monarchischen Charakter in seiner Gestaltung verloren. Die Banknoten aus Papier wiesen Motive aus der Landwirtschaft auf; ebenso die Kleinmünzen.
Das Silbergeld, bestehend je zur Hälfte aus Silber und aus Kupfer, war auf den Ein- und Zweimarkstücken sachlich gestaltet.
Die Sondermünzen von Drei- und Fünfmarkstücken nahmen Themen und Motive aus der deutschen Geschichte, der Kunst, der Dichtung, der Politik und der Kultur auf. Damit wurde das geistige Wesen der ersten deutschen Republik gut dargestellt. In dieser Hinsicht war sie Vorbild als Weimarer Republik.
Die späteren Gestaltungen der Sondermünzen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik nahmen Bezug auf ihre Münzprägekunst.
Eine Besonderheit wies ein silbernes „Fünf-Reichsmark-Stück“ auf. Es hatte als Kursmünze eine besondere mystische, künstlerische und politische Bedeutung erlangt. Verschiedene Interpretationen kursierten in der vielschichtigen Gesellschaft.
Alle damaligen sechs deutschen Münzstätten prägten diese Münze von 1927 bis 1933: insgesamt wurden es 40 Millionen.
Zunächst war das Geldstück als Hauptzahlungsmittel verwendet worden. Die Rückseite war mit einem wohlgeformten Eichbaum versehen. Der Eichbaum war seit Jahrhunderten Sinnbild deutscher Schönheit, Kraft und Beständigkeit.
Gerade im deutschen Historismus des 19. Jahrhunderts in Dichtung und Kunst und Architektur wurde dies geradezu mystisch verbrämt. Bis heute zieren Eichblätter unser Münzen, wenn auch jetzt nur noch auf 1, 2, und 5 Cent-Stücken.
Dass gerade in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg eine beschädigte Eiche mit dürren Ästen und Zweigen auf einer wichtigen deutschen Münze erscheint, fanden viele Politiker geschmacklos. Der Vorwurf von ihnen war, dass der Gestalter der Münze damit die deutschen Gebietsabtretungen und den Verlust der deutschen Kolonien meinte und diese akzeptierte.
Eine andere vielleicht spöttische Bezeichnung für die Eichbaum-Münze war „Heiermann“. Die Herkunft dieses Namens ist unsicher, aber alle Fünf-Mark-Stücke wurden scherzhaft so genannt, insbesondere in Norddeutschland und von Studenten sowie Arbeitern.
Der letzte “Heiermann“ wurde in der Hamburger Münze unter dem Münzzeichen J 1933 mit geringer Auflage im Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten geprägt. Kurz darauf wurden fast alle Münzen der Weimarer Republik eingezogen, eingeschmolzen und durch Münzen mit NS-Symbolen ersetzt.
(Danke an Egon Sprecher für diesen Beitrag)
